]necrology: Aus dem Leben geschieden – Trauer um Maler Gary Hoopengardner

Gary Hoopengardner (*1979, Ohio/Cleveland, † 2017, Berlin)

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Gary Hoopengardner (Foto: Andreas Tobias, 2017)

Gary Hoopengardner hatte seinen künstlerischen Ausdruck bereits lange, bevor er die Malerei wieder aufgenommen hat, gefunden. Er konnte unmittelbar aus seiner Musik schöpfen. Er war 1999 Gründungsmitglied der „Modern Arts Coalition of Cleveland“ und spielte u.a. mit UNKL und Yelena K & The Love Trio. In Berlin ist er zudem bekannt geworden als Mitbegründer besonderer kulinarischer Orte wie der David Chipperfield Kantine (wallpaper; exberliner #deconstructed_Bouillabaisse; Architectural Digest) und dem Lokal (NY Times; artBerlin; Guide MICHELIN Bib Gourmand).

Seine ungeheuere Kreativität hat er zeitlebens gepaart mit großer Freiheitsliebe, Mut und der ständigen Erweiterung von gewohnten Grenzen.

 

Zitat 1: “[…] Now take a moment and think on your family, the streets and shores where you live and from that base find the moments that makes you angry, the funny shenanigans, religious doctrines, the human-ness, the now. (…) Don’t let us go to waste. Don’t let the humans of the future wonder, what happened and why is the essence missing. (…) The story is still ours – all living creatures.” Gary Hoopengardner 2017 (auf Kreidetafel)

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Gary Hoopengardner: „White Trash Holiday“ 2016. 145cm x 100cm ©Andreas Tobias

 

Zitat 1: „We are the artists who channel mankind’s beauty and confusion. It rips through our stomachs and has done so since we were small children. We didn’t have a choice.” (2017 auf Kreidetafel)

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Gary Hoopengardner: „Helping Hand“ 2016, 178cm x 120cm. Private collection in Los Angeles. Foto: Andreas Tobias

 

„Die familiären und engsten zwischenmenschlichen Bezüge in seinen Bildern lassen uns viel Freiraum für eigene Identifikationen und beantworten zugleich die Frage, ob er seine persönliche Beziehung zu den Szenen dargestellt hat oder die der Protagonisten untereinander. Viele seiner Werke scheinen ineinanderzufließen, oft sind sie herausfordernd, lassen einen nicht so leicht wieder los. Gute Kunst schließt auf, trägt Konflikte und transportiert Ideen. Gary Hoopengardner hat uns vielmals das pas-de-deux – den Dialog zwischen Betrachter und Motiv – geschenkt. Fehlen wird uns einerseits die Weiterentwicklung seines individuellen künstlerischen Ausdrucks in dieser so kraftvollen Authentizität. Und andererseits ein Mensch mit einer enormen persönlichen Geschwindigkeit. Jedes Bild rief wieder viele andere hervor, erhielt Narben und Risse, weil er im Prozess des Malens, in der Selbstbetrachtung immerzu kritisch, suchend, zweifelnd war. Wer sich so sehr selbst malt wie er, bringt sich damit unaufhörlich an Grenzen und erfährt von inneren Orten, die der Künstler selbst nur erspüren kann und versuchen, diese Sphären oder Episoden sichtbar zu machen. Diese ersten Prozesse des Materialisierens hat er fast ausnahmslos wieder aufgebrochen, den Leinen gerissen – ohne jedoch das Alte zu negieren. Grenzen zu überschreiten und die Zerstörung des Bildgewordenen waren für Gary Hoopengardner weiterführende Elemente, die immer wieder Neues hervorbrachten.

Ein großer Verlust, daran nicht weiter teilhaben zu dürfen. Am 3. Januar 2018 wurde er im engsten Kreis verabschiedet.“
(Text: Matthias Moseke, Jana Noritsch)

http://www.garyhoopengardner.com

Ausstellungsvita:

ständige Ausstellung im Lokal Berlin-Mitte http://lokal-berlin.blogspot.de/p/blog-page.html

7.-10. September 2017: Messestand des Collectors Club Berlin auf der mitteldeutschen Kunstmesse KUNST/MITTE in Magdeburg (http://katalog.kunst-mitte.com/)

GalleryWeekend Berlin 2017: Artist‘s Dinner im „Laden“, Joachimstraße 20 und „9 plates“ Ausstellung und Restaurant, Strausberger Platz 4, Berlin.

6.-26. Februar 2017: Collectors Club Berlin Salon „Aura & Blick“, Myer’s Hotel Berlin.

8. Dezember 2016 – 1. Februar 2017: „9 pictures“, Galerie am Strausberger Platz 4, Berlin in Kooperation mit HoTo Berlin und dem Collectors Club.

1999: Gruppenausstellung mit Modern Arts Coalition of Cleveland MACC.

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Während der Collectors Night auf der KUNST/MITTE in Magdeburg 2017: Gary Hoopengardner vor seinem Bild mit einer Berliner Kunstsammlerin

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Artikel Dates Magdeburg 2017
Artikel zur KUNST/MITTE und Collectors Night: „dates Magazin“ (Bild: „Where do we grow from here“ von Gary Hoopengardner)
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Vernissage „Aura & Blick“, Myer’s Hotel Berlin, Collectors Club Berlin 2017 (Mitte: Gary Hoopengardner, vorne rechts seine Lebenspartnerin Maren Thimm)

 

3_Hoopengardner_Myer's Februarausstellung 2017 CCB

Für Fragen und Ergänzungen stehen wir jederzeit zur Verfügung!

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