]tip: grab, hold & let it go, Galerie Susanne Neuerburg, Hennef

grab, hold & let it go

Zu Besuch bei der Alten Dame

Vom 20.1. – 23.2.19 werden die Räume der Galerie Susanne Neuerburg in Hennef zu einem begehbaren Gesamtkunstwerk. Unter dem Titel „grab, hold & let it go“ gestaltet das Künstlerpaar Brunhilde Bordeaux-Groult und Robert Elfgen in Form einer Gemeinschaftsarbeit die Räume in der Frankfurter Straße 91 als fiktives Zimmer einer alten Dame.

„Wir wollten das Wohnhafte der Galerie in unsere Arbeit einfließen lassen“, sagt das Paar über die Idee, die ursprüngliche Nutzung der Galerie als Ausgangspunkt für die Ausstellung heranzuziehen. Der Gedanke ist also naheliegend und fügt sich zu dem Ansatz Robert Elfgens’, mit vorhandenen Dingen zu arbeiten: „Bevor ich anfange zu arbeiten, schaue ich erst einmal, was vor Ort ist, das verwendet und umgesetzt werden kann. Eigentlich ist oft alles vorhanden.“

Diese Herangehensweise beschreibt bereits einen wichtigen Ansatz im Werk von Robert Elfgen, Jahrgang ‘72. Der in Köln und Berlin lebende Künstler ist ein Sammler, ein Bastler, ein Bricoleur im Sinne von Claude Lévi-Strauss, da er stets mit verfügbaren Ressourcen arbeitet. In einer Mischung aus Improvisation und handwerklicher Perfektion ­– der Künstler ist gelernter Schreiner – fügt er bestehende Gegenstände in neue spielerische Zusammenhänge. Mithilfe alter künstlerischer Techniken wie Glasgravur, Intarsienarbeit oder Metallätzung kombiniert er gefundene Materialien zu vielschichtigen und faszinierenden Objekten und Bildern, die wie Übergänge zwischen einer äußeren und inneren Welt wirken.

 

Robert Elfgen, geb.1972 in Wesseling, lebt und arbeitet in Köln und Berlin. Nach seiner handwerklichen Ausbildung zum Tischler studierte er zunächst bei John Armleder an der Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig (1997-2001), bevor er an die Kunstakademie Düsseldorf wechselte und dort als Meisterschüler von Rosemarie Trockel sein Studium abschloss (2001–04).

Robert Elfgens Haupt-Interesse als Künstler gilt dem Verhältnis von Natur, Mensch und Gesellschaft. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind biografische Erfahrungen und Alltagsbeobachtungen, aus denen er seine Leitmotive gewinnt: Schwellenrituale und Übergangssituationen, physische Reise und mentale Fortbewegung oder die Kreisläufe der Natur in ihren wechselnden Aggregatzuständen. In seinen raumbezogenen Installationen verbinden sich assoziativ Skulpturen, Assemblagen, Collagen und Filme zu räumlichen Allegorien, die eine von der Natur abgeleitete zivilisatorische Ordnung vermitteln.

 

Brundhilde Bordeaux-Groult, Jahrgang ’86 in Clamart (FR), lebt in Köln. Sie studierte von 2005-2015 an der Kunstakademie Düsseldorf.

Das Grundverständnis ihrer Kunst speist sich aus der deutschen Naturphilosophie, speziell in der von Novalis, der beschreibt, dass alle Lebewesen aus einer Quelle kommen und eine Einheit bilden. Aber auch die antike Philosophie und alchemistische Lehren der Verwandlung spielen eine Rolle in ihrem Werk. Mythisch aufgeladene Formen wie Kreise oder Oktogone findet man immer wieder, genauso wie vegetative und kristalline Strukturen oder große Sockel- und Tafelformen.

Häufig entstehen ihre Arbeiten durch Überlagerung von Schichten, die aufgetragen und abgenommen werden und so Erzählungsfragmente unterschiedlicher Zeiten, Rituale und Kulturen zu einer eigenen Mythologie zusammenführen. Ebenso benutzt die junge Künstlerin gerne Holzschnitzerei, Lackkunst, Stickereien oder Seidendruck als Verfahren für ihre Arbeiten.

In der Hennefer Ausstellung trifft die Kunst der Beiden, – die auch privat ein Paar sind –, in großen Holzkästen aufeinander. Ähnlich einem Köder beim Fliegenfischen, der es – kunstfertig geknüpft – schafft, ein Insekt zu imitieren, ist eine sehr vielschichtige intermediale Arbeit entstanden: Gesandstrahltes Glas, Messingplatten, Stoffe und Holz verschmelzen mit Alltagsgegenständen wie Pfeilen zu einer Art Mikrokosmos. Ob der Betrachter den Köder, der hier als Metapher auf die Kunst zu verstehen ist, fängt, bleibt offen. Die Einladung, einzutauchen in eine Mischung aus mystischer Naturwelt und realem Artefakt, besteht. Kommen Sie zu Besuch bei der Alten Dame.

Quelle: https://www.susanneneuerburg.de

Published by:

]dedicated collectors

We discover relevant perspectives, merits, editorial keynotes and artists' expositions we do look upon favorably. We work within the fields of art concepts, critics, texts about artworks and expositions, and we stand for independent press in the art market and mainly support the visions of artists and the interests of collectors. That is the reason we called us ]dedicated collectors. Here you can find insides from behind the scenes, news about important researches, recommendations where to go and a critic view of several processes we recognized in arty contexts or changes of attitudes/behaviour. In cooperation with the Collectors Club in Berlin we created the collectors' circle: We always carry most about the collectors’ and artists' connection. art concepts & pr | critics | collectors’ and artists' connection | corporate art, purchasing, Salons and exhibitions. Proudly supported by www.collectorsclub.berlin/kommunikation

Katgeorien Allgemein, Ausstellung, InstallationSchlagwörter , , , , , Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s